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Neuorientierung


Katherina Büttner, Defend Yourself East, Neu-Isenburg und Bad Vilbel

Wenn Selbstvertrauen und Selbstverteidigung Hand in Hand gehen

Nichts prädestinierte Katherina Büttner dazu, die zweit-höchstgraduierte weibliche Krav Maga Trainerin in Deutschland zu werden – gerade vor dem Hintergrund, dass die studierte Biologin zuletzt PR-Frau für die Pharmabranche war… Bis zufällig ein Freund ihr begeistert von Krav Maga erzählte: eine realistische Selbstverteidigung, die ihren Ursprung in Israel hat. Sie konzentriert sich auf effektive Abwehr realistischer Angriffe – unabhängig von Gröβe und Stärke. Auch Katherina Büttner wurde „angesteckt“: Seit acht Jahren trainiert sie nun bei Krav Maga-Trainer und Schulinhaber Andreas Burkert, mit dem sie heute kooperiert. Er stellte Katherina Büttner und ihren Mann nach der Ausbildung zum IKMF Krav Maga Instructor ein, bis Katherina Büttner sich 2016 nebenberuflich mit einer Schule in Neu-Isenburg selbständig machte.

Nachdem sie vier Jahre lang ihren anspruchsvollen PR-Beruf parallel dazu in Vollzeit ausgeübt hatte, entschied sie sich im Mai 2018, den groβen Schritt in die Vollzeit-Selbständigkeit zu gehen. Sie verlieβ die PR-Agentur und gründete Defend Yourself East. „Jetzt habe ich mehr Zeit, mich auf Wachstum zu fokussieren: Neue Seminare, Workshops, Privattrainings für Frauen, Familien, gemischte Gruppen oder auch seit September ein Kinderkurs sind entstanden. Im Oktober habe ich einen zweiten Standort in Bad Vilbel eröffnet“, freut sich die 34-Jährige. Der Kinderkurs ist erstaunlich gut angelaufen und Frauenseminare finden ebenso groβen Anklang.

Sicherlich gefällt es den Damen sehr gut, dass die Kursleitung eben auch weiblich ist… Das ist übrigens sehr selten: Nur fünf der Trainer bundesweit sind Frauen[1]. „Ich habe 30 bis 40 Prozent Frauen in meinen Kursen. Krav Maga ist für jede und jeden relevant. Aber gerade noch mehr für das weibliche Geschlecht: Fast Jede hat in ihrem Leben bereits die Erfahrung gemacht, dass ihre persönlichen Grenzen überschritten wurden. Sich selbst verteidigen zu können schafft an der Stelle mehr Selbstvertrauen und Sicherheit.“

Rückblickend stellt Katherina Büttner zufrieden fest, dass bei der Gründung alles „besser geklappt hat als gedacht“. Hierfür hat sie sich Hilfe geholt: sei es bei Freunden, die sie sich mit Ämtern auskannten oder beim jumpp-Team, das sie beim Businessplan und beim „Blick für die Zahlen“ begleitet hat. Doch hätte sie sich gewünscht, schon früher mehr Selbstvertrauen beim Sprung in die Selbständigkeit gehabt zu haben. „Auf Veranstaltungen begegne ich oft Frauen, die für eine Geschäftsidee brennen, aber sich den Schritt nicht trauen. Manchmal fehlt uns nur ein kleiner Schub.“

Heute verkörpert sie dieses erlangte Selbstvertrauen, sie fühlt sich an ihrem Platz und kann ihren Wert – und den ihrer Leistung – zuversichtlich und souverän kommunizieren. Dazu hat sicherlich Krav Maga beigetragen. Und auch das vermittelt sie in ihren Kursen. Gerade Teilnehmerinnen würden sich nach drei Stunden im Frauenseminar verwandeln. „Die Gesellschaft lehrt uns, nicht zu schreien, nicht zu schlagen… Hier machen sie die Erfahrung, wie sie sich wirklich verteidigen können. Teilnehmerinnen gehen nach drei Stunden mit ‚Superheldinnen-Cape‘ raus!“  Ihr Netzwerk baut die Unternehmerin heute aus: Sie ist in Kontakt mit dem Frauenreferat der Stadt Frankfurt und macht sich bei Frauenhäusern bekannt.

www.defendyourself.de

 

[1] https://www.ikmf-kravmaga.de/instructoren.html

Portraitfoto Jeri Weber

Jeri Weber, culturalxing – interkulturelle Beratung und Training

„Just“ für Juristen: Zielgruppen gerichtete interkulturelle Beratung

Langjährige Expertise, neue Kompetenzen und Interessen, Rückkehr nach Deutschland und Wiedereinstieg in den Beruf in Vollzeit: Für all diese Komponenten brauchte Jeri Weber einen passenden Rahmen. Diesen erhielt sie, als sie am Projekt „NeW Mentoring als Chance für den Wiedereinstieg“ teilnahm. Das Programm unterstützte sie, ein klares und differenziertes Geschäftskonzept zu erarbeiten.

Für die US-Amerikanerin und Juristin Jeri Weber (47) war es eine richtige Herausforderung, trotz internationalem Lebenslauf und vielfältiger Kompetenzen, in Deutschland wieder Fuβ zu fassen. „Ich fragte mich, was ich nach mehreren Umzügen im Ausland und einer Kinder bedingten nebenberuflichen Tätigkeit überhaupt machen möchte... Als Juristin vermisste ich irgendwann den Umgang mit Menschen anderer Länder und entschloss mich, mich als zertifizierte interkulturelle Business-Trainerin weiterzubilden. Jedoch war es lange nicht klar, wie ich meine Ausbildung mit meinem ehemaligen Beruf und dem Wiedereinstieg fern von der Heimat bündeln könnte. Dann bin ich auf das Projekt ‚NeW – Mentoring als Chance für den Wiedereinstieg’ von jumpp gestoβen. Das Programm hat mir eine wunderbare Palette an Informationen und Hilfestellungen geboten, um mich hier beruflich wieder zu orientieren. Die Module, die Tandem-Treffen und die Begleitung haben mir eine Struktur gegeben. Am Anfang hatte ich noch keine genaue Idee. Aber nach den neun Monaten stand mein Konzept, und ich habe mich gerade selbständig gemacht: als interkulturelle Beraterin, Trainerin und Moderatorin für Juristen. Mein Firmenname lautet ‚Culturalxing’: Es ist die Abkürzung von 'cultural crossing' und bedeutet für mich die Kreuzung, an der sich Kulturen treffen. NeW hat mir einen Rahmen gegeben, in den alle meine Ideen einflieβen konnten“, erzählt die Gründerin.

Die Welt wird kleiner das heiβt nicht, dass wir uns verstehen

Ihr Geschäftskonzept wendet sich zunächst nur an Juristen – eine Nische, in der sie „von Haus aus“ bestens aufgehoben ist. „Gesetze sind sehr kulturell bezogen, im Recht geht es viel um Menschliches und darum, wie wir einen Lebensumstand interpretieren... Heute kann fast jeder Englisch oder mehrere Sprachen, die Welt wird immer kleiner. Dies bedeutet jedoch noch lange nicht, dass wir uns alle verstehen“, so die erfahrene „Globetrotterin“. Juristen, ob freiberuflich oder in Unternehmen tätig, bietet sie nun sowohl individuelle interkulturelle Beratung an, als auch Trainings für die Ausbildungsprogramme neuer Juristen. Team-Moderation gehört ebenso zu ihren Aufgaben, wenn es darum geht, z. B. die Teams zweier Kanzleien verschiedener Nationalitäten für erfolgreiche Kooperationen zusammenzuführen.

Was Jeri Weber heute besonders freut, ist einen Neustart mit dieser ganz besonderen Idee gemeistert zu haben und damit zuversichtlich in die Zukunft zu blicken: „Ich habe die Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen und die Leute sind wirklich offen für mein Konzept. Ich habe bereits Kontakte, die ich nun für die Akquise aktivieren werde. Ich muss nun Präsenz zeigen, u. a. über Netzwerke. Das kann ich Gleichgesinnten nur raten. Selbst habe ich viel von der Erfahrung anderer Menschen aus anderen Bereichen gelernt. Immer alles alleine zu stemmen ist nicht einfach!“

www.culturalxing.com

Portraitfoto Dagmar Rees

Dagmar Rees, SoluDare

Aufgaben „neu sortieren“ für weniger Stress und mehr Glück

Auf der einen Seite schwimmen wir in einer Flut von Informationen und Anforderungen, auf der anderen Seite haben wir individuelle Arbeitssysteme und -rhythmen, Werteskalen und Bedürfnisse an unseren (beruflichen) Tagesablauf. Menschen unterstützen, alles sinnvoll miteinander zu kombinieren, sodass jeder dabei zufrieden ist, gehört zu Dagmar Rees Aufgaben.

Manche fühlen sich wie ein Hamster im Rad, andere wie ein Roboter: Solche Aussagen verraten viel über unseren modernen Alltag. „Täglich werden wir mit immer mehr Informationen überschüttet. Die Anforderungen im Beruf steigen und wir glauben: Je virtueller die Aufgaben, desto weniger Zeit brauchen wir für sie. Das ist ein großer Trugschluss: Dadurch erhöhen sich Arbeitsdruck und Stress“, erläutert Dagmar Rees, Gründerin von SoluDare.

Mit ihrem Unternehmen analysiert sie, wie Selbständige arbeiten, ob es in ihrer physischen und digitalen Organisation im Beruf Bereiche gibt, die sie daran hindern, ihre Arbeit zu erledigen und ihr Leben zu genießen. „Studien zufolge verbringen Kreative lediglich 20 Prozent ihrer Zeit mit schöpferischen Tätigkeiten. Die restlichen 80 Prozent mit Verwaltung. Ich habe mich gefragt: Wie könnten wir diese Relation umkehren?“ Da sie selbst als freiberufliche Journalistin und Einzelhandelsfachfrau erfahren hat, wie wichtig eine gute Organisation ist, entschied sich Dagmar Rees, in diesem Bereich zu gründen.