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Migrationshintergrund


Marwa Elias, Innenarchitektin aus Syrien Teilnehmerin im Projekt „Frauen mit Fluchterfahrung gründen“

Ein Businessplan für Möbelrecycling und Hausplanung

„Das Projektteam hat mich dazu ermutigt, zu meinem Beruf zurückzukehren. Heute spüre ich, wie die Hoffnung wieder in mir aufsteigt.“

Marwa Elias ist 34 Jahre alt. Vor vier Jahren kam sie mit ihren beiden Kindern nach Deutschland. In ihrer Heimat Syrien war sie neun Jahre als Innenarchitektin tätig – und zusätzlich ein Jahr in der Türkei. Sie möchte in Deutschland leben und ein Unternehmen in Bad Nauheim (Hessen) gründen.

„Meine Geschäftsidee ist es, Häuser zu verschönern. Das Wesentliche und Besondere dabei ist es, den Geschmack des Ostens und des Westens zu kombinieren – und dies zu erschwinglichen Preisen. Denn jeder kann ein gemütliches Zuhause haben, ohne viel Geld auszugeben“, schildert die Syrerin. Zum einen geht es darum, altes Mobiliar zu recyceln und mit individuellem Touch zu renovieren, zum anderen handelt es sich um Dekoration: Mit Accessoires, modernen Farben oder auch Innengärten zaubert die kreative Frau z. B. eine gemütliche Kaffee-Ecke, in der die Hausbesitzer  und -besitzerinnen ihre Seele baumeln lassen können.

Um dieses Vorhaben zu verwirklichen, erarbeitet sie derzeit einen Businessplan mit jumpp. Dem Projekt trat sie vor über einem Jahr bei und konnte dort Unterstützung finden. „Durch die Gruppe habe ich wieder Menschen getroffen. Innerhalb des Programms haben wir zum Beispiel auch Ausstellungen besucht. Ich habe vor allem weitere Informationen zu den Arbeitsbedingungen in Deutschland erhalten. Auβerdem hat mich das Projektteam dazu ermutigt, zu meinem Beruf zurückzukehren: Heute spüre ich, wie die Hoffnung wieder in mir aufsteigt. Jetzt lerne ich Deutsch, denn ich möchte meine Sprachkenntnisse weiter verbessern. Ich werde Alles tun, um mein Projekt zu verwirklichen!“, so Marwa Elias. 

Foto "Zinnet Peken Konolino – Nomadenzelt für Kinder"
Foto: © privat

Zinnet Peken Konolino – Nomadenzelt für Kinder

Eine Nomadin empfängt Groß und Klein im Nomadenzelt

„Konolino sollte den Respekt für andere Kulturen und auch für die eigene wecken“

Eine Nomadin bittet Sie, sich auf die Kissen im „Konolino“, dem kleinen Nomadenzelt, zu setzen. Sie reicht Ihnen ein ‚nomadisches’ Getränk, Sie hören Hirtenflöten im Hintergrund. Dann beginnt sie ihre Erzählung über das „Kono“, das Zelt, das die Frauen aus Ziegenwolle weben. Was benötigen die Nomaden, um umherzuwandern? Mit welchen alten Kulturtechniken stellen sie Nahrung oder Gebrauchsgegenstände her?

In dem Zelt erfahren die Besucher zum einen praktisch-gestalterische Elemente ihres Alltags, zum anderem praktiziert Zinnet Peken das freie Erzählen der Nomaden-Kulturen. Sie erzählt Geschichten und Mythen mit Gesang und z. T. mit live Musik. Die Märchen der Hirten- und Wildbeuter-Nomaden nehmen die Zeltgäste mit auf die Reise nach Afrika, Amerika, Tibet, in die Mongolei und den Orient.

„Meinen persönlichen Hintergrund als halb-sesshaftes Nomadenkind bringe ich ein und biete Kindern oder Erwachsenen Workshops und Unterhaltung an, bei denen sie die ’nomadische Kultur’ spielerisch und aktiv kennen lernen: Sie sollen in den Genuss kommen, sich an ’Schätzen der Menschheit’ wie Festen, Bräuchen und Tänzen zu bereichern. Mein Angebot sollte darüber hinaus ein wechselseitiges Interesse und den Respekt für andere Kulturen und auch für die eigene wecken“ erläutert Zinnet Peken.

Sie wandert in alle deutschsprachigen Länder, ihr Programm richtet sich an Erwachsene und Kinder. Ihre Kunden sind Kommunen, Firmen, Museen, Schulen, Kitas und sonstige Institutionen, die kulturelle Bildung und Unterhaltungs-Programme anbieten. Dazu zählen auch und Privatpersonen, die Kindern etwas Besonderes zu deren Familienfesten darbieten möchten.

www.konolino.de

Foto "Eileen McDonald English To The Point "
Foto: © Courtesy Ajna-Studio

Eileen McDonald, English To The Point

Aus einem Aufenthalt in Frankfurt wurde eine langjährige Selbständigkeit

“Freiberuflich zu sein ist in der deutschen Erwachsenen-Ausbildung üblich”

Ein Bruder in Darmstadt, die Lust auf eine erneute Auslandserfahrung nach einem Jahr als Hilfslehrerin in Frankreich und der Wunsch, ihre Deutschkenntnisse zu erweitern, haben Eileen McDonald in die Mainmetropole geführt - eine Stadt, „in der es fast normal ist, kein Deutscher zu sein! Ursprünglich wollte ich nur ein Jahr bleiben… Dann habe ich Fuβ gefasst! Ich wurde sozusagen in 1990 aus Zufall als English Trainer selbständig: Es ist in der Branche der Erwachsenen-Ausbildung der übliche Weg in Deutschland“, erläutert die Frankfurterin aus Schottland.

Als mittlerweile „alte Häsin“ empfiehlt sie angehenden selbständigen Sprachlehrern, sich gut über die Rentenversicherungspflicht und Steuersituation zu informieren: „Am Anfang ist es schwierig, unseren Lebensunterhalt zu bestreiten“, weiβ die Trainerin aus eigener Erfahrung. Heute hat sich ihr Unternehmen etabliert. “Im Vergleich zu Deutschen habe ich es als Muttersprachlerin einfacher, denn die Kunden bevorzugen uns. Eigentlich gibt es aber auch sehr gute deutschstämmige English Trainer…“, fügt sie hinzu.

Ihren Beruf empfindet Eileen McDonald in der Bundesrepublik als sehr angenehm: Die Deutschen haben eher „ein positives und witziges Bild“, was die sympathischen Kiltträger anbelangt. Auch wenn ihre hiesigen Mitbürger etwas formeller als die Schotten sind, erfreut sie sich ihrer Arbeit. „Im britischen Geschäftsleben sind wir schnell bei ‚Du’ und springen öfters in verschiedene Arbeitsfelder ein. Hier ist es weniger flexibel, man beschränkt sich eher auf seinen bekannten Bereich.“

www.ettp.de