Gelungene Geschäftsideen


Foto: © Holger Peters

Nicole Beste-Fopma Herausgeberin LOB

Aus Kontakten einen Traum gestalten: eine Zeitschrift für berufstätige Eltern

Ein Gespräch mit Nicole Beste-Fopma, Chefredakteurin und Herausgeberin von „LOB – Die Zeitschrift für berufstätige Mütter und Väter“, Alzenau.

Familie und Beruf vereinbaren: Das heiβt jonglieren, das kennt Nicole Beste-Fopma, Mutter von vier Kindern, nur zu gut… Sie weiβ aber auch, dass der Spagat zu schaffen ist, obwohl dies nicht immer ein Kinderspiel ist! Ihre Kompetenzen als Journalistin, ihre Kontakte sowie ihre Begeisterung und Überzeugung für das Thema Vereinbarkeit haben dazu geführt, 2011 eine neue Zeitschrift ins Leben zu rufen.

„Unsere erste Ausgabe fand bereits einen sehr positiven Anklang: Auch Dr. Kristina Schröder, Liz Mohn, Renate Schmid, Rita Süssmuth und Klaus Wowereit lesen bereits LOB!“, freut sich die Chefredakteurin. „Mit LOB gibt es jetzt endlich eine Zeitschrift, die sich ganz den Menschen widmet, die tagtäglich Berufliches und Privates gut miteinander verbinden wollen. Das Besondere daran: Es ist eine Zeitschrift von berufstätigen Müttern und Vätern für berufstätige Eltern“, erläutert sie das Konzept. Auch ist sie davon überzeugt, dass ihr die Themen in diesem Bereich nie ausgehen werden und das Freiberufler-Team um die Herausgeberin herum hat alle Hände voll zu tun.

Zu Seite 2: Kinder ein berufliches Handycap?

Väter mit zu berücksichtigen war Nicole Beste-Fopma wichtig: Denn auch sie haben es schwer. „Im Gegensatz zu uns Frauen dürfen sie sich heute immer noch nicht für die Familie entscheiden. Wir dürfen das, auch wenn das nicht einfach ist“, weiβ die Gründerin aus eigener Erfahrung. „Als mein Sohn nach meinem Studium zur Welt kam, war die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für mich eine Selbstverständlichkeit. Schon meine eigenen Eltern waren beide berufstätig gewesen. Und die ersten Jahre war es auch tatsächlich kein Problem. Ich habe mich als Mutter immer organisiert und Lösungen für die Betreuung gefunden. Auch heute noch. Ich arbeite und meine Kinder kennen es gar nicht anders. Sie wissen auch, dass mir das unheimlich wichtig ist“, so die 41-Jährige.

„Ich kündigte aus einer festen Stelle als Chefredakteurin einer Mitarbeiter-Zeitschrift, als ich in zweiter Ehe zu meinem Mann zog. Verwitwet, brachte er drei Kinder mit in die Ehe. Also wurde ich auf einen Schlag vierfache Mutter von damals sechs-, sieben- acht- und zwölfjährigen Kindern! Für meine potenziellen Arbeitgeber ein Problem – für mich nicht, denn ich hatte immer eine geregelte Betreuung. Dass der Nachwuchs auch einen Vater hat, war für die Unternehmen völlig irrelevant. Auf Vorstellungsgesprächen wurde mir stets direkt ins Gesicht gesagt, dass ich mit vier Kindern nie eine passende Stelle finden würde“, erzählt Nicole Beste-Fopma 

Zu Seite 3: Kontakte knüpfen als Erfolgsbasis

Parallel zur Stellensuche war sie für die Zeitschrift der Business Professional Women (BPW) tätig und kam somit in ein für sie unheimlich wichtiges Netzwerk herein. „Ich saβ an der Quelle von zahlreichen wertvollen Kontakten und ich wusste: Sie waren meine Bezahlung! Irgendwann würde ich sie nutzen. Ich kann das Netzwerken Frauen nur ans Herz legen: Knüpfen Sie Kontakte, Kontakte, Kontakte!“

In diesem Netz, unter anderem auch durch den „Equal Pay Day“, nahm die Journalistin viele Informationen auf: Sie stillte regelrecht ihren Hunger nach politischen Themen wie Gleichstellung, Vereinbarkeit, „Kampf“ der Geschlechter… Neue Verbindungen zu der Welt der Politik, Wissenschaft oder Presse kamen hinzu. „Ich stellte fest, dass am Ende der Kette immer die Mütter standen und sie die Leidtragenden waren. Für sie wollte ich etwas tun. Gleichzeitig war es schon immer mein Traum gewesen, eine Zeitschrift zu gründen. LOB herauszubringen war der logische Schluss. Ich spürte: Die Zeit ist reif, aber ich traute mir es nicht ganz zu, dieses Vorhaben zu realisieren. Im Rahmen des Equal Pay Day begegnete mir dann ein Coach: Sie hat mich so gut begleitet, dass ich selbst den Mut fand, meine Wünsche in die Tat umzusetzen!“, strahlt die Jungunternehmerin.

Zu Seite 4: Kraft schöpfen aus dem Erreichten

„Und heute bin ich als Herausgeberin da, spreche Unternehmen, Institutionen und Leute an, die dieselbe Zielgruppe und Problematiken wie LOB haben. Ich lade sie ein, sich mit uns an den runden Tisch zu setzen und zu überlegen, was wir dem Endkunden gemeinsam anbieten können.“ Mit dem Anlauf ist Nicole Beste-Fopma bereits sehr zufrieden: Die Zeitschrift stöβt auf sehr groβes Interesse und passende Beiträge werden von allen Seiten geliefert.

„Als Unternehmerin ist es nun mein Ziel, dieses Produkt bekannt zu machen, am Markt zu etablieren und durch genügend Abonnements zu festigen.“ Die Herausforderung wird sein, wie für alle Selbständigen, immer gleich „am Ball zu bleiben“. Aber auch da weiβ die mutige und motivierte Mutter: „Wir sollten stets das Positive betrachten, was wir erreicht haben und Kraft daraus schöpfen!“

www.lob-magazin.de

 

 

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