familien international frankfurt e.V.

Eine Entwicklung zum „Unternehmerinnen-Sein“

Als sich die Sozialpädagogin Sabine Benisch und die Juristin Heidemarie Bienentreu vor ca. 20 Jahren begegneten, waren sie weit davon entfernt, an ein eigenes Geschäft zu denken. Die mit dem Umzug einhergehenden Umstrukturierungen bei ihrem vorigen Arbeitgeber – einer Organisation, die ebenso im Bereich der Adoption tätig war – führten zu Überlegungen, die Arbeit selbständig fortzuführen: „Als eingespieltes Kolleginnen-Team fühlten wir uns stark genug, unsere Arbeit inhaltlich und im Interesse der Kinder auch unter neuen Vorzeichen fortzuführen,“ erzählen die beiden Geschäftsführerinnen von familien international frankfurt e.V. (fif).

2004 gründeten sie ihren gemeinnützigen Verein. Ihr Leistungsportfolio beinhaltet internationale Sozialarbeit: „Seit August 2005 sind wir anerkannte Auslandsvermittlungsstelle und führen grenzüberschreitende Adoptionsverfahren mit verschiedenen Ländern durch. Wir begleiten Menschen ebenfalls bei der Herkunfts- und Personensuche. Als Adoptionsvermittler wissen wir, dass eine Adoption häufig Fragen nach der Herkunft aufwirft. Wir helfen Leuten dabei, ihre leiblichen Eltern oder ihr leibliches Kind zu finden. Wir unterstützen sie auch bei der Suche nach Angehörigen oder der Vatersuche.“

Sozialarbeit und Unternehmertum passen gut

In den ersten Jahren fanden die Menschen überwiegend direkt zu fif, ohne dass die Geschäftsführerinnen selbst „im groβen Stil“ akquirierten. 2011 gingen die Anfragen jedoch zurück. Die Unternehmerinnen mussten handeln: „Wir fragten uns, wie wir besser auf unsere Fachstelle und unsere Arbeit hinweisen könnten“, so Sabine Benisch und Heidemarie Bienentreu. In diesem Kontext kamen sie hoch motiviert auf jumpp zu: Gemeinsam mit der jumpp-Beraterin haben sie ihr Profil geschärft und an ihrer Auβendarstellung gearbeitet. Und sie haben sich für eine offensivere Strategie in der Außendarstellung entschieden. „Wir warten nicht mehr ab, dass Interessierte uns anfragen. Wir werden nun sichtbar durch Infoveranstaltungen und Seminare für Interessierte, Jugendämter, Gerichte…“

Bei jumpp erhielten Sie wesentliche Impulse für ein Umdenken: Sozialarbeit und Unternehmertum passen gut! „In den Beratungen haben wir ein anderes Bewusstsein des Werts unserer Arbeit bekommen. Denn in den Köpfen herrscht immer noch vor, dass Sozialarbeit nichts kosten darf. Es ist ein langer Weg... Immerhin haben wir heute keine Hemmungen mehr, Geld für unsere Arbeit zu nehmen“, schmunzeln sie. Als Konsequenz stellen sie heute persönliche Beratungsgespräche in Rechnung, statt kostenlose telefonische Beratungen durchzuführen. Bei den sensiblen Themen der Adoption oder Herkunftssuche ist diese „gelebte“ Herangehensweise sogar für alle Beteiligten von Vorteil: Sie ermöglicht mehr Individualität, schafft Vertrauen sowie eine intensivere Bindung zu dem Gegenüber.

Unternehmerisches Handeln lernt man in kleinen Schritten

Seitdem fif die Weichen neu gestellt hat, sind die Anfragen gestiegen. Dass sie sich seit Gründung in 2004 nachhaltig am Markt behaupten konnten, machen Sabine Benisch und Heidemarie Bienentreu an verschiedenen Aspekten fest: „Wir müssen wachsam Entwicklungen analysieren  – gerade auch die gesetzlichen –, wir müssen Einfluss auf unsere eigene Strategie nehmen, z. B. durch fachkundige Begleitung, und ein gutes Team haben! Uns wurde klar, dass wir das unternehmerische Handeln nur in kleinen Schritten lernen und dass wir den Mut haben müssen, stand zu halten“, wissen nun die fif-Chefinnen. Die Planung für 2013 steht bereits: Strategische Beratung im Rahmen des jumpp-Projekts „Fit für die Zukunft“ sowie weitere eigene Seminare werden bestimmt weiterhin für Schwung sorgen.

www.fif-ev.de