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Digitale Revolution

Am 03.12.2013 veranstalteten wir den Workshop des Projekts „Fit für die Zukunft – Hessische Unternehmerinnen positionieren sich in Zukunftsfeldern“ in Kooperation mit dem UFO - Unternehmerinnenforum RheinMain und HOLM. Aufbau und Pflege von Netzwerken bilden heute die Grundlage für den Erfolg von Startups, GründerInnen oder UnternehmerInnen. Deshalb durften sich die TeilnehmerInnen gleich zu Beginn beim Speed-Networking gegenseitig bekannt machen und lernten gleichzeitig, wie man dem Gegenüber innerhalb von 90 Sekunden die wichtigsten Informationen über sich mitteilen kann und trotzdem noch Zeit für Fragen und deren Beantwortung lässt. Sehr schnell entstanden spannende Dialoge. Da fiel es manchmal Vielen schwer, sich wieder zu trennen, und zum nächsten Gesprächspartner zu wechseln. Weil wir gern Neues ausprobieren, waren wir überaus zufrieden mit dieser Methode, denn das „Eis“ zwischen den TeilnehmerInnen war sehr schnell gebrochen und den ganzen Tag über tauschten sich alle angeregt miteinander aus.

Für den fachlichen Input sorgten Projektleiterin Ramona Lange von jumpp und Jürgen Schultheis, Senior Manager PR & Kommunikation von HOLM mit ihren interaktiven Beiträgen, die die TeilnehmerInnen zu munteren Diskussionen anregten.

Ziel des Projekts „Fit für die Zukunft“ ist es, die TeilnehmerInnen heute schon auf das Morgen vorzubereiten. In ihren Ausführungen vergleicht Ramona Lange den heutigen Strukturwandel mit dem Wechsel von der Agrarwirtschaft zur Industriekultur. Damals verließen die Menschen die ländlichen Gebiete und zogen in die Stadt, um ein besseres Leben zu suchen. Heute vollzieht sich eine tiefgreifende Änderung in den Bereichen Technologie, Demografie und in der globalen Wirtschaft. Wir treten in ein neues Zeitalter ein, in dem sich Spielregeln grundlegend geändert haben. Unsere Ideale heißen Mobilität, Flexibilität und Dynamik. Bei vielen entsteht der Eindruck, dass alles möglich ist. Die Fülle ist faszinierend und beängstigend zugleich. Völlig neue Wege der Kommunikation in Geschäftsbeziehungen sind möglich. Das Spielfeld ist weit offen und wir sind letztendlich die Player, die entscheiden, auf welchem Spielfeld wir uns beteiligen. Die Frage ist: Können wir es immer nur selbst entscheiden?

Es entsteht eine neue Gesellschaft, die Netzwerker-Ökonomie. Mit dem Beginn der Netzwerkgesellschaft entwickeln sich Innovationen durch persönliche Beziehungen. Kunden werden zu Mitarbeitern auf Zeit. Zusammenarbeit wird stärker belohnt als Wettbewerb, neue Formen der Kollaboration entstehen. Statt „jeder gegen jeden“ heißt es künftig „jeder mit jedem“. Vertrauen, permanenter Austausch und gemeinsame Werte stehen im Vordergrund. Wir sind immer und überall präsent und das in Echtzeit. Die „digitale Revolution“ ist für manchen etwas beängstigend, weil die Entwicklung sich so unglaublich schnell vollzogen hat. Zu Beginn des Webs ging es darum, Websites zu lesen, sich einfach zu informieren. Zukünftig geht es im Web um Community, Partizipation und Gleichartigkeit. Das heißt, dass sich unsere gesamte Gesellschaft verändern wird. Wir können aktiv mitgestalten, was zukünftig aufgrund dieser technischen Entwicklung geschieht. Wir müssen uns aber auch bewusst sein: Wer sich nicht rechtzeitig an die Entwicklung anpasst, bleibt auf der Strecke.

Die Teilnehmer diskutieren rege und sehen beispielsweise die Vorteile der Social Media darin, dass sie heute Kontakte in alle Welt knüpfen und mit minimalem Zeitbudget dauerhaft pflegen können. Sie sind sich aber auch bewusst, wie wichtig es ist, Vertrauen aufzubauen. Hier sind sich alle einig, dass das nur face-to-face geht – und sei es per Skype.

Ramona Lange weist darauf hin, dass wir, die wir uns innerhalb des Webs bewegen, heute eine enorme Macht besitzen. Wir sind sowohl Hersteller von Dienstleistungen, also Produzenten, als auch Konsumenten. Dementsprechend können wir immer sagen was wir wollen und was wir nicht wollen. Das ist unser Grad der Freiheit, und der Aktionsradius ist riesengroß.

Wir bewegen uns in losen Netzwerken mit Gleichgesinnten und Gleichgestellten oder auch PEERS. Sie kooperieren und arbeiten zusammen. Aber viele wollen nicht kooperieren, weil sie fürchten, die Kooperationspartner schauen sich nur etwas ab, ziehen ihren Nutzen daraus, und man selbst geht leer aus. Aber dass in Kooperationen auch große Chancen liegen, wissen wir aufgrund sich verändernder Wertschöpfungsketten, weg von der Produktion, hin zu freiberuflicher Tätigkeit. Außerdem ist Fakt, dass Viele ihre Jobs gar nicht alleine machen können und Kooperationen eine unabdingbare Notwendigkeit sind. So haben wir bereits 2007 damit begonnen, unsere KundInnen für das Thema Kooperation und die damit verbundenen Chancen zu sensibilisieren. Wenn man mit anderen kooperiert, möchte man für sich einen Nutzen daraus ziehen, muss aber auch bestimmte Spielregeln einhalten. Diese gestalten die Kooperationspartner gemeinsam, damit es für alle eine Win-Win-Situation wird.

Digitale Revolution: Die Frage ist, wie nutze ich das für mich? Inwieweit kann ich Vertriebskanäle auch für mich aktivieren? Da ist das world wide web mit bestimmten Tools und Instrumenten, wie Facebook, Twitter und Co., die wir einsetzen können. Somit ist das Internet als Marketinginstrument, Distributionskanal oder Kommunikationsplattform nutzbar. Wir brauchen nur einen Computer, eine Netzwerkverbindung und einen Schuss Initiative und Kreativität. Mehr ist es gar nicht. Und Zeit – Zeit, die man sich nimmt. Es ist auch ganz wichtig, dass wir uns darüber klar werden, dass Zeit ein unglaublich hohes und wichtiges Gut ist. Wir bestimmen selbst, wie wir mit dieser Ressource umgehen.

Unser Leben verändert sich in dem Maße, dass wir einen fließenden Übergang haben und manchmal schon gar nicht mehr trennen können, zwischen Privat und Geschäft. Die Zukunftsforscher sagen, wir haben eine Vermischung zwischen Arbeit (Business) und Freizeit (Leisure), das heißt in der neuen Sprachkombinaton „bleisure“. Die Arbeit rückt ins Zentrum des Lebens. Wir werden zukünftig noch mehr arbeiten, als in der Vergangenheit. Und Freunde und Follower sind zukünftig wichtiger als ein Titel, denn wer sich im Web bewegt, benötigt andere Kompetenzen.

Die neuen Spielregeln im Alltag der Netzwerk-Ökonomie sind „Konnektivität“ – vernetze Dich, „Kooperation“ – verbünde Dich, „Koopetition“ – arbeite mit Deinen Konkurrenten zusammen – trau Dich. Und die Ko-Kreation – also öffne Dich und versuche etwas gemeinsam zu gestalten.

Fortsetzung folgt...